Die Kalkwasserzugabe

 

Die Kalkwasserzugabe ist wohl die älteste und gebräuchliche Methode. Kalkwasser ist eine gesättigte Lösung aus Calciumhydroxid Ca(OH)2 und Wasser. Es stellt allerdings nur eines der für die Kalifizierung benötigten Ionen zur Verfügung.

Die entstehenden OH Ionen werden durch die Pufferkapazität des Wassers neutralisiert, wenn nicht überdosiert wird.

Hierbei sind nicht nur die Ca2+ Ionen sondern auch die entstehenden Hydroxid - Ionen vorteilhaft, da organische Säuren aus Abbauprozessen neutralisiert werden, die sonst die Pufferkapazität herabsetzen würden.

Angesetztes Kalkwasser muss immer fest verschlossen aufbewahrt werden, da es aufgrund seines basischen pH-Wertes CO2 aus der Luft anzieht.

Wird das Kalkwasser dem Aquarium zugeführt, entsteht Calciumhydrogencarbonat.

Bei Übersteigen der Löslichkeitsgrenze, Zugabe von zuviel Ca fällt Ca milchig trüb aus.

Das Hydroxid ist stark basisch und lässt den pH Wert steigen, bei gesättigtem Kalkwasser (in 1 I Wasser von 20°C lösen sich ca,1,20 g) auf pH 12,4. Es darf deshalb nie in großen Mengen zugesetzt werden, da es zu starkem pH - Anstieg im Becken kommen kann, da die OH Ionen vom Puffersystem dann nicht mehr neutralisiert werden können.

Aufgrund des alkalischen pH Wertes sollte nur in Dunkelphasen Kalzium und nur in kleinen Schüben ("Tröpfchenmethode') zugeführt werden.

Ein weiterer zu nennender Vorteil dieser Methode ist auch die Ausfällung von organischen Phosphaten. Die Instabilität dürfte als größter Nachteil der Kalkwassermethode betrachtet werden, am effektivsten ist es daher, es täglich neu anzusetzen. Mit der zu empfehlenden Tröpfchenmethode.

 

Die Zuführung mittels Kalkreaktor

Die Zuführung von Calciumhydrogencarbonat mittels Kalkreaktor. In diesem wird Calciumcarbonat, das in Form von Korallenbruch eingefüllt wird, unter Zuführung von Kohlensäure gelöst und somit beide Bausteine der Kalifizierung wieder freigesetzt. Die Reaktionsgleichung ist praktisch gleich wie bei der Kalkwasser Methode.

Als man auf die Idee kam, das Wasser nicht nur einmal sondern permanent über das Substrat zu leiten, war eine effektive Lösung gefunden.

Wird dem Kalkreaktor 0,5 Liter in der Stunde entnommen, wurde dieser vorher 600 mal über das Substrat geleitet, bei einer Füllhöhe von 50 cm entspricht dies bei Einfachdurchleitung einer Rohrlänge von ca. 300 Metern!

Die hieraus resultierende hohe Calciumhydrogencarbonatmenge (30 - 40° KH) ermöglicht es, nur wenig Wasser dem Reaktor entnehmen zu müssen, da ja auch dessen Innenleben einen pH Wert von 6,8 hat. In der Regel genügen hier schon 15-30 Tropfen in der Minute, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Bei der Auslegung des Kalkreaktors sollte allerdings unbedingt darauf geachtet werden, dass überschüssige Kohlensäure nicht einfach mit ausgetragen wird. Schon 10 Blasen in der Minute zuviel summieren sich im Laufe eines Tages zu einer imposanten Menge von 14.400 Blasen! (60 min x24 h=1440 min x 10 Blasen = 14.400 Blasen am Tag)

Diese Gasmenge tropft dann wie das entnommene Wasser aus dem Reaktor und kann sich, da schwerer als Luft, wie eine Glocke auf das Becken und Filter legen. Ich bin der Meinung, dass viele Probleme, welche dem Kalkreaktorprinzip als solchem zugeschrieben wird (Fadenalgenwachstum usw.), aus Fehlbedienungen oder mangelhafter Sicherheitseinrichtung am Reaktor entstehen.

Das kann einerseits das freie mit ausgetragene CO2 sein, andererseits eine zu kurze Durchlaufzeit, d.h., zu geringe Aufhärtung.

Erst wenn der Pfleger den Umgang mit dem Gerät erlernt hat, sollte eine Einstellung gewählt werden, bei welcher die nur sehr geringe Menge überschüssiges Kohlensäuregas mit ausgetrieben wird das sollten nur sehr wenige Blasen an Tag sein. „Bei mir ist das 1 blase in der min.“

Man sollte wissen, dass ja nur für die zulaufende Wasser Menge CO2 benötigt wird, um diese zu sättigen. Da die auslaufende Menge identisch ist mit der einlaufenden Menge.

Sinnvollerweise sollte ein Kalkreaktor 24 h laufen, da er ansonsten bei nur Tagesbetrieb doppelt soviel leisten müsste. Bei Lauf rund um die Uhr kann die Entnahmemenge im Gegensatz zum Tagesbetrieb praktisch halbiert werden und enthält somit weniger freie Kohlensäure.

Einer der Vorteile eines Kalkreaktors ist meines Erachtens in seinem einfachen und wartungsarmen Betrieb. Auch ohne Kenntnis der näheren chemischen Zusammenhänge, kann der Pfleger eine ausreichende Calcium - Versorgung seines kleinen Mini Riffs sicherstellen. kt

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Seid 01.12.2000