Einzigartige Augen bei Schlangensternen entdeckt

Israelische und amerikanische Forscher haben auf dem Hautskelett von Schlangensternen Augen entdeckt, die aus vielen hundert Einzellinsen bestehen. Damit können die kleinen Verwandten der Seesterne herannahende Feinde erkennen und einem Angriff aus dem Weg gehen. Dieses komplexe visuelle System ist bei lebenden Tierarten einzigartig.

Joanna Aizenberg von den Bell Laboratories in Murray Hill, New Jersey, und ihre Kollegen fanden die kleinen Kristall-Linsen auf den Skelettplatten der Schlangensternart Ophiocoma wendtii. Die Platten werden jeweils von einem großen Kalzit-Kristall gebildet. Direkt unter den Mikrolinsen sind Nervenbündel positioniert. Allerdings war zunächst unklar, ob der Fokus der kleinen Linsen tatsächlich auf die Lichtrezeptoren trifft.

Daher machten die Forscher die Brennpunkte mit einem lithographischen

Verfahren auf photosensitivem Material sichtbar. Tatsächlich stimmte der Fokus jeder winzigen Linse exakt mit der Position einer Nervenendung überein, berichten sie in "Nature".

Jede Kristall-Linse ist nur ein zwanzigstel Millimeter groß und erfasst nur ein winziges Sehfeld. Die kleinen Kristall-Linsen alleine erzeugen daher noch kein brauchbares optisches Bild. Damit Schlangensterne die Bewegungen von Objekten in ihrer Nähe orten können, müssen sie erst die optische Information eines größeren Linsenfeldes auswerten.

Die Stachelhäuter können sogar den Lichteinfall über ihren Komponentenaugen regulieren, entdeckten Aizenberg und ihre Kollegen. Dazu stülpen die Tiere Pigmentzellen über die Kristall-Linsen. Durch Farbveränderungen können diese Chromatophoren die Lichtmenge beeinflussen, die auf die Linsen fällt. Für Beobachter sind diese Farbwechsel des Hautskeletts gut sichtbar.

Die Entdeckung der Wissenschaftler gilt in Forscherkreisen als kleine Sensation. Bis heute war keine lebende Tierart mit Komponentenaugen aus kristallinen Mikrolinsen bekannt. In der Erdgeschichte besaßen nur Trilobiten solche visuellen Systeme. Diese urzeitlichen Meerestiere starben vor 250 Millionen Jahren aus.

07.09.01

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WWWasserwelt: Flossenschlag im Netz

 

Schon bald könnten Fischschwärme im Internet ihre Bahnen ziehen,

hofft eine kalifornische Firma. In ihren Augen stellt das

weltumspannende Netzwerk eine Art riesigen Ozean dar - mit den

angeschlossenen Rechnern als Lebensräumen. Diesen Ozean will die

Firma mit virtuellen Fischen bevölkern.

Wie die BBC berichtet, können Computerbesitzer die von der Firma

DALi entwickelte Java-Software kostenlos auf ihren Rechnern

installieren. Hobby-Aquarianer können damit eigene Schuppentiere

erschaffen und im Internet aussetzen. Die Fische - selbstständige

Programme - wechseln dann nach Lust und Laune den Rechner. Die

Verknüpfung der Rechner untereinander erfolgt nach dem

peer-to-peer-Prinzip, ähnlich wie bei der Musiktauschbörse Napster.

Welche Wesen sich gerade im eigenen Rechner tummeln, kann jederzeit

über das digitale Gegenstück zur Aquariumsscheibe verfolgt werden.

Optische und ökologische Vorlage ist die tropische Unterwasserwelt

Indonesiens. Jeder Fisch verfügt zudem über eine Art Reisepass, der

seine Herkunft und seine bisherige Reiseroute anzeigt. Demnächst

sollen sich auch kurze Briefe per Fisch verschicken lassen - ähnlich

wie mit einer Flaschenpost.

Bislang sind erst 200 Computer an den virtuellen Ozean unter

http://www.daliworld.net/ angeschlossen. Die Firma hofft aber, dass

die Zahl der Computer-Aquarianer noch weiter steigt, damit das

künstliche Ökosystem wächst und gedeiht.

 

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