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Seelöwen bevorzugen Heringe Die Maßnahmen zum Schutz der Seelöwen gehen möglicherweise in die falsche Richtung, behaupten amerikanische Biologen jetzt. Bislang war angenommen worden, dass Seelöwen sich während der Wintermonate hauptsächlich vom Pazifischen Pollack - besser bekannt als Alaska-Seelachs - ernähren. Daher war die Ausbeutung dieser Fische eingeschränkt worden, um den bedrohlichen Rückgang der Seelöwen aufzuhalten. Nun beobachteten die Forscher jedoch, dass Seelöwen Heringen den Vorzug geben Gary Thomas und Richard Thorne vom Prince William Sound Science Center in Cordova, Alaska, verwendeten dazu Infrarotkameras, wie sie auch vom Militär eingesetzt werden. So konnten sie Steller'sche Seelöwen (Eumetopias jubatus) und ihre potenziellen Beutefische bei Nacht beobachten. Zu dieser Zeit, berichten die Forscher in "Nature", gingen die Seelöwen bevorzugt auf Jagd. Entgegen den Erwartungen wandten die Seelöwen sich nur Heringsschwärmen zu. Dabei gingen sie erstaunlich planmäßig vor: So konnten Thomas und Thorne beobachteten, wie die Seelöwen "Seite an Seite in einer Reihe von 50 oder mehr Tieren den Rand der Schwärme entlang schwammen." Vermutlich trieben die Jäger so die Beute zusammen. Um Seelachs-Schwärme kümmerten sie sich jedoch nicht. Möglicherweise ist dies keine rein geschmackliche Vorliebe der Seelöwen. Sonarmessungen zeigten, dass die Seelachse sich stets in großen Tiefen von bis zu 100 Metern aufhielten. Dagegen waren die Heringe des Nachts schon in zehn Metern Tiefe anzutreffen. "Obwohl Seelöwen über 250 Meter tief tauchen können, ist die bessere Erreichbarkeit der Heringe bei Nacht vielleicht der bestimmende Faktor für das Fressverhalten der Seelöwen", wägen die Forscher ab. Mit den Infrarotkameras konnten die Forscher auch andere hungrige Mäuler ausmachen. Neben den Seelöwen zeigten die Nachtaufnahmen auch Vögel und einen blasenden Buckelwal, die ebenfalls von den Heringen angezogen wurden. Mit der Infrarottechnik sollte sich daher auch das nächtliche Fressverhalten anderer Tierarten erforschen lassen, schreiben Thomas und Thorne. 28.06.01
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