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Thunfische nehmen den Transatlantik-Express
Thunfische kommen weit herum, berichten amerikanische Meeresbiologen in der heutigen Ausgabe von "Science". Damit widersprechen sie der bisherigen Ansicht, dass atlantische Thunfische sich nur im Westen oder nur im Osten des Ozeans aufhalten. Vielmehr unternehmen aus dem Westatlantik stammende Tiere große Wanderungen, die sie bis ins östliche Mittelmeer führen - und umgekehrt. Dies müsse Konsequenzen für den Schutz der Tiere haben, fordern die Forscher. Atlantische Thunfische (Thunnus thynnus) werden bis zu drei Meter lang und wiegen rund eine halbe Tonne. Die Tiere sind schnelle und ausdauernde Schwimmer, dennoch ist über ihre Wanderungen nur wenig bekannt. Um dies zu ändern, fingen Barbara Block von der Stanford University und ihre Kollegen Thunfische vor der US-Ostküste und pflanzten ihnen Markierungsetiketten und kleine Satellitensender ein. So konnten sie nicht nur die Reiseroute der Tiere, sondern auch ihre Tauchtiefe und Körpertemperatur verfolgen. Die Daten zeigten, dass die Tiere sich während des Winters in Küstennähe aufhielten, dann aber zu ausgedehnten Streifzügen in den Atlantik aufbrachen. Und obwohl sie zeitweise bis zu 1.000 Meter tief abtauchten oder durch 30 Grad Celsius warmes Oberflächenwasser schwammen, betrug ihre Körpertemperatur stets 25 Grad Celsius. Auf diese Weise erhöhen Thunfische die Leistungsfähigkeit ihrer Muskeln und können daher besonders weit wandern, glauben Block und ihre Kollegen. Atlantische Thunfische laichen entweder im Golf von Mexiko oder im Mittelmeer. Bislang hielt man diese zwei Gruppen für strikt getrennte Populationen und definierte als Grenzlinie pauschal den 45. Längengrad West. Für die zwei Gruppen wurden unterschiedliche Fangquoten festgelegt. Diese strikte Trennung könne jetzt aber nicht mehr beibehalten werden, glauben die Forscher: "Bei zukünftigen Abschätzungen der Bestandesgrößen sollten die neuen Befunde berücksichtigt und die Managementstrategien für den Atlantischen Thunfisch nochmals überdacht werden."
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