Ungleichgewicht im Korallen-Bestand 04.07.2001

Seit rund 30 Jahren gehen die Korallenbestände in der Karibik stetig zurück. Bisher war umstritten, ob tatsächlich Fischerei, Wasserverschmutzung und andere menschliche Einflüsse die Ursachen des Korallensterbens sind. Jetzt glaubt ein amerikanischer Palaeontologe eindeutige Bewiese für diese These gefunden zu haben. Jon Pandolfi vom Smithsonian Institution's National Museum of Natural History in Washington hat die Entwicklung der Korallenriffe 220.000 Jahre weit zurück verfolgt. Der Forscher glaubt jetzt ausschließen zu können, dass natürliche Schwankungen für den Rückgang der  Korallen verantwortlich sein können. Für seine Untersuchung hat Pandolfi fossile Korallen an den karibischen Standorten San Andres, Curaçao, und Barbados verglichen. Die Fossilien im Alter von 104.000 bis 220.000 Jahren blieben zurück, nachdem in Folge der Eiszeiten der Meeresspiegel sank und die Inseln in die Höhe wuchsen. Einerseits belegen die Funde, dass es tatsächlich wiederholt große Schwankungen im Korallenbestand gegeben hat. Andererseits blieb die Anzahl verschiedener Arten und das Verhältnis unter diesen Spezies über die Jahrtausende hinweg immer gleich, berichtete Pandolfi jetzt auf einer Fachtagung amerikanischer Palaeontologen. Seit den letzten 70er Jahren sei aber ein deutlicher Einschnitt zu verzeichnen. Demnach werden 80 Prozent aller Riffe derzeit von nur einer Korallenart bewohnt, der Acropora palmata, die außerdem stark im Schwinden begriffen sei. Weitere 15 Prozent der Riffe werden von den nächsten fünf Arten gebildet. Die restlichen fünf Prozent Lebensraum teilen sich nach Aussage Pandolfis 24 weitere, extremseltene Korallenarten. Ein derartiges Ungleichgewicht sei ohne Parallele in der Geschichteder Riffe. Der menschliche Einfluss sei die einzige mögliche Erklärung, sagt der Forscher.

Quelle, MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de

 

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