Vom tödlichen Knall der Pistolenkrebse

Der blinde Pistolenkrebs ist ein ganz besonderer Jäger: In tropischen Gewässern macht er mit einer Art Schreckschußpistole Jagd auf seine Opfer. Das Tier kann mit einer seiner Scheren einen so lauten Knall erzeugen, das es damit seine Beutetiere lähmen oder sogar töten kann.

Früher vermutete man, daß der Krach beim Zusammenschnappen der überdimensionalen Krustenklaue entsteht. Doch das Tier benutzt dazu eines äußerst raffinierten Mechanismus, wie Detlef Lohse von der niederländischen Universität Twente und die Biologin Barbara Schmitz von der TU München zeigen konnten. Der Laut rührt von kollabierenden Gasblasen her, die durch die extremen Druckveränderungen im hochbeschleunigten Wasserstrahl der Scherenpistole zunächst entstehen, dann aber wieder zerquetscht werden.

Um diesen Vorgang genauer zu untersuchen, beobachten die Forscher Pistolenkrebse in einem Seewasser-Aquarium in völliger Dunkelheit. Beim Zuschnappen der Schere, das die Wissenschaftler durch vorsichtiges Streicheln mit einem Pinsel provozierten, wurden Schalldruck und Lichtstärke gemessen. Wie das Team in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" berichtet, entsteht mit dem Kollaps der Blase zugleich ein kurzer, für das menschliche Auge unsichtbarer Lichtblitz.

Dieses Blitzlicht hat jedoch vermutlich keine biologische Funktion, so die Forscher. Es entstehe einfach durch den hohen Druck und die gewaltigen Temperaturen im Inneren der von dem Tier erzeugten Blase, die kurzfristig mehr als 4700 Grad Celsius erreichen könnten.

Quelle: Nature

 

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