Wale und Huftiere haben gemeinsame Ahnen

 

Wale sind mit Schweinen, Rindern und anderen Huftieren verwandt.

Diese These konnte jetzt anhand neuer fossiler Funde bewiesen werden.

Durch DNA-Vergleiche hatten Biologen zwar bereits früher Hinweise

gefunden, dass Wale und Huftiere gemeinsames Erbgut besitzen. Unter

Paläontologen war der Zusammenhang aber nicht unumstritten. Die

Kritiker verwiesen auf fossile Funde, nach denen die Wale von einem

einzelnen ausgestorbenen Huftier hätten abstammen können. Diese

Theorie scheint mit den neuen Funden endgültig widerlegt.

Die Skelette gemeinsamer Vorfahren haben jetzt zwei amerikanische

Forschergruppen in Pakistan ausgegraben. Demnach müssen die Urahnen

der Wale vor rund 50 Millionen Jahren noch auf dem Land gelebt haben.

Entdeckt wurden gleich vier bisher unbekannten Säugetiere, die etwa

so groß wie Füchse und Wölfe waren. Ihre Skelette sind fast

vollständig erhalten und ähneln denen von Schweinen und Tapiren.

Ungewöhnlich sind allerdings die langen Schädel, die deutliche

Wal-Merkmale aufweisen. Die beiden Teams identifizierten jeweils zwei

der Arten, die jetzt in den Magazinen "Nature" und "Science"

vorgestellt werden.

Hans Thewissen und Kollegen vom Northeastern Ohio Universities

College of Medicine in Rootstown praesentieren in Nature den

Fuchs-grossen Ichthyolestes und Pakicetus, der die Höhe eines Wolfes

erreichte. Philip Gingerich von der University of Michigan in Ann

Arbor stellt ergänzend in "Science" den Artiocetus und den

Rodhocetus vor. Diese Exemplare sind "nur" 47 Millionen Jahre alt und

dem Leben im flachen Wasser schon weiter angepasst.

Christian de Muizon vom Naturhistorischen Museum Paris kommentiert in

"Nature", die neuen Funde seien für die Evolution der Wale so

bedeutsam wie der Archaeopteryx für die Vogelwelt.

Die bisher ältesten bekannten Wal-Vorfahren waren die Archaeoceti.

Sie traten vor rund 45 Millionen Jahren im Unteren Eozaen auf. Die

Tiere von höchstens drei Meter Länge besaßen noch Beine und lebten

vermutlich in flachen Uferzonen. Nach neuen Theorien könnten sie

innerhalb von nur acht Millionen Jahren zu "echten" Meeressäugern

mutiert sein.

 

 

 

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