|
Wale weiter vom Aussterben bedroht Die Schutzmassnahmen der letzten 15 Jahre haben den Walen nur wenig geholfen. Sieben von dreizehn Walarten sind noch immer vom Aussterben bedroht. Dies geht aus einem Bericht hervor, den die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) jetzt vorgelegt hat. Zum einen sind die Tiere noch immer vor Walfängern auf der Flucht. Obwohl der Walfang seit 15 Jahren durch ein internationales Moratorium eingeschränkt ist, wurden in diesem Zeitraum über 21.500 Tiere getötet. Der Walfang findet jetzt offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken statt. Die zweite Bedrohung für Wale stellen laut WWF die Umweltgifte dar: "Giftige Substanzen im Meer und intensive öl- und Gasförderung in ihren Nahrungsgründen bedrohen sie. Arten wie zum Beispiel der Nordkaper werden außerdem oft bei Unfällen mit Schiffen getötet oder verstümmelt", sagt Volker Homes, Walexperte beim WWF. Zudem habe das Problem des Beifangs in den Fischernetzen den Tod von Tausenden von Walen während der letzten 30 Jahre gefordert. Zu diesen Bedrohungen kämen noch die Effekte des Klimawandels und der Lebensraumverschlechterung. Zu den gefährdeten Arten zählen laut WWF unter anderem Populationen des Grauwals. Durch Überjagung ist er im Atlantik ausgestorben. Im Nordwestpazifik wird sein Bestand auf nur noch 100 bis 200 Tiere geschätzt. Auch die Anzahl der Nordkaper im Nordostatlantik ist inzwischen so gering, dass sie bald für immer von unserer Erde verschwunden sein könnten, befürchten die Umweltschützer. Die Anzahl anderer Walarten, einschließlich Delphine und Tümmler, sei auf einem kritischen Tiefpunkt. Als Alternative zum Walfang empfiehlt der WWF das so genannte "Whale Watching": Diese Art von Tourismus habe im Jahr 2000 rund neun Millionen Walfreunde angezogen und für einen Rekorderlös von über zwei Milliarden Mark gesorgt. In Island sei die Zahl der Teilnehmer der Walbeobachtung von 100 im Jahr 1991 auf 44.000 im letzten Jahr gestiegen. Jüngste Analysen kommen laut WWF zu dem Schluss, dass der ökonomische Wert der Walbeobachtungen für die isländische Wirtschaft höher ist als ein möglicher Gewinn durch den kommerziellen Walfang - sollte Island diesen wieder aufnehmen. Der WWF-Bericht erscheint im Vorfeld der Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC). Sie wird Mitte Juli in London zusammenkommen, um neue Fangquoten auszuhandeln. 11.07.01
|
|
zurück | Seite drucken | Home |