Weniger Riffe als vermutet

 

Korallenriffe sind viel seltener als bislang angenommen. Das ist das

Ergebnis der ersten weltweiten Riffkartierung, die jetzt von der

Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) durchgeführt worden

ist. Die Kartierung ergab auch, dass rund die Hälfte aller Riffe

durch den Menschen bedroht ist.

Der Kartierung zufolge bedecken Korallenriffe weltweit eine Fläche

von rund 280.000 Quadratkilometern. Dies entspricht etwa einem

Promill der gesamten Ozeanflaeche oder vier Fünfteln der Fläche

Deutschlands. Frühere Schätzungen seien von einer zehn Mal

größeren Fläche ausgegangen, so Mark Spalding vom UNEP World

Conservation Monitoring Centre im englischen Cambridge gegenüber der

BBC.

Die Arbeiten hätten auch gezeigt, dass Korallenriffe weltweit

schneller verschwinden, als man sie kartieren könne. Davon seien

neben den Korallen auch zahllose weitere Tier- und Pflanzenarten

betroffen. Vermutlich kenne man heute erst ein Zehntel von

schätzungsweise zwei Millionen Arten, die auf Riffe als Lebensraum

angewiesen sind.

Auch für den Menschen seien Riffe bedeutend, zitiert die BBC eine

Stellungnahme der Coral Reef Alliance. Mehrere Medikamente, zum

Beispiel gegen das Immunschwächevirus HIV, beruhten auf Substanzen

aus Rifforganismen. Und auch finanziell könne sich der Schutz der

Korallenriffe lohnen, indem man sie schonend für den Tourismus

erschlisse.

 

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