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Winzige Architekten offenbaren Geheimnisse der
Ozeane
Anhand von fossilen
Einzeller-Schalen haben zwei amerikanische Wissenschaftler jetzt die Wasserströmung
und -schichtung im Atlantik und Pazifik während der letzten Eiszeit
rekonstruiert. Demnach unterschieden sich die Strömungsverhältnisse in beiden
Ozeanen vor 20.000 Jahren erheblich vom heutigen Zustand.
Unser Wissen über die Geschichte der Weltmeere verdanken wir zum großen Teil
dem Studium winziger Planktonorganismen, den Foraminiferen. Die formenreichen
Kalkschalen dieser Einzeller finden sich noch heute in großer Zahl im
Meeressediment. Die Dicke der fossilen Schalen hängt dabei entscheidend von der
Konzentration an gelösten Karbonat-Ionen im umgebenen Porenwasser ab: Je
niedriger die Sättigung mit Karbonat-Ionen ist, desto schneller lösen sich die
Kalkschalen auf.
Der Karbonat-Sättigungsgrad hängt wiederum vom Wasserdruck und anderen
Faktoren ab. Daher finden sich in Tiefsee-Ablagerungen auf Grund des hohen
Drucks heute kaum noch Foraminiferenschalen, während ihr Anteil in flachen Gewässern
sehr hoch ist. Zwischen diesen beiden Extremen existiert in zwei bis vier
Kilometern Wassertiefe eine Übergangszone, die so genannte Isokline. In den
Sedimenten dieser Zone nimmt die Schalendicke mit zunehmender Tiefe stetig ab.
Wallace Broecker und Elizabeth Clark von der Columbia University, New York,
richteten ihr Augenmerk nun auf die Lage der Isokline während des Höhepunkts
der letzten Eiszeit. An zwei Punkten des Pazifiks und des Atlantiks förderten
sie aus verschiedenen Tiefen Sedimente zu Tage, die vor 20.000 Jahren abgelagert
worden waren. Für vier Foraminiferen-Arten ermittelten sie dann die
durchschnittliche Schalendicke und konnten so auf die eiszeitlichen
Karbonat-Konzentrationen schließen.
Wie Broecker und Clark in "Science" berichten, waren die
Karbonat-Gradienten im Pazifik und im Atlantik damals deutlich steiler als
heute. Zudem lag die Isokline im Pazifik zu jener Zeit in größeren Tiefen, was
auf höhere Karbonat-Konzentrationen schließen lässt. Im Atlantik waren die
Verhältnisse dagegen genau umgekehrt, schreiben die Forscher. Heute sinke dort
besonders karbonatreiches Wasser in die Tiefe, das so genannte Nordatlantische
Tiefenwasser. Dieser ständige Karbonat-Nachschub versiegte vermutlich während
der letzten Eiszeit, so dass die Isokline nach oben wanderte und die
Foraminiferenschalen sich schon in geringer Tiefe auflösten
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